„Beethoven
piano sonatas vol.
2“
Klaviersonaten
in G-Dur, op.31, 1,
in Es-Dur, op.31, 3 sowie
in C-Dur, op. 53 "Waldstein"
Ausgezeichnet mit einem:

|
 |
Hut ab!
Noch immer neue Einspielungen der Klaviersonaten Beethovens, wird wohl so manch einer sagen, nachdem gerade erst zwei Integralen mit András Schiff und Gerhard Oppitz glücklich abgeschlossen wurden. Wer aber den österreichischen Pianisten Markus Schirmer noch nicht kennt, sollte es als eine begeisternde Pflichtübung ansehen, mit ihm Bekanntschaft zu machen und sich dazu diese herausragende CD mit drei Beethoven-Sonaten der mittleren Periode des Meisters anhören, denn die hat´s nun wirklich in sich, auch klanglich: Alle Nuancen, die der Pianist auf seinem Fazioli-Flügel hervorzaubert, sind aufs Feinste eingefangen.
Hauptstück in Schirmers Programm ist natürlich die Waldstein-Sonate. Den Einleitungssatz, diesen wahrlich harten Brocken, hat man nur selten mit soviel Brillanz, aber auch Intelligenz und, bei aller Motorik, soviel Sensibilität gehört wie hier. Und dann erst der Finalsatz dieser Sonate mit seinem meisterhaften Auf- und Ausbau ! Der ist genauso hinreißend wie der wirbelnde Schluss der Es-Dur-Sonate op.31/3, wobei der Zuhörer, wie stets bei Schirmer, beste Einsicht in die Strukturen bekommt. Es ist nämlich nicht die erstaunliche und bewunderswerte technische Virtuosität, sondern es sind die Überlegtheit und Überlegenheit der Konzeption und deren Durchführung, die vor allem beeindrucken: Markus Schirmer ist ein Pianist, der wirklich etwas zu sagen hat und der, ohne Beethoven für sich einnehmen zu wollen, dem Zuhörer zu verstehen gibt, daß es immer noch etwas, nein, immer noch sehr viel zu entdecken gibt. Bei soviel Können, Intelligenz und Sensibilität kann man nur sagen: Hut ab!
Guy Wagner, PIZZICATO 9/2009, Luxemburg |
"Erhalten Sie Mozarts Geist aus Haydns Händen", gab Graf Waldstein Beethoven 1792 mit auf den Weg nach Wien. Zwölf Jahre später bewies der Komponist mit seiner "Waldstein"-Sonate
dem Gönner, dass er eigene Wege gefunden hatte, wie auch schon kurz zuvor mit den Sonaten op. 31. Mit Eloquenz, Eleganz und Tiefsinn spürt Markus Schirmer auf seiner zweiten CD mit Beethoven-Sonaten diesen neuen Wegen des Meisters nach.
concerti Hamburg (D), 05/2009 |
|
Die frühen Sonaten Beethovens hat der Österreicher Markus Schirmer mit den Opera 13 und 2 Nr. 2 und 3 bereits eingespielt. Nun lässt er drei der mittleren Periode folgen.
Und wieder besticht sein Spiel durch das Unprätentiöse, das Bedachte und die Präzision der Noten von Beethovens Musik. Dabei hört man vor allem Beethoven - und so soll es sein!
Dass Schirmer ein wunderbarer Klangausdeuter und brillanter Interpret ist, steht dem nicht gegenüber, sondern geht damit einher. Schirmer spielt einen wunderbaren Beethoven, einen, dem der Zuhörer mit Leichtigkeit folgen kann.
Dass hier und da wunderbare Rubato-Einfälle, wunderbar gesetzte Akzente zu hören sind, verstärkt diesen Eindruck nur noch. Eine mustergültige Beethoven-Einspielung.
Carsten Dürer, Piano News 3-09 |
|
Der österreichische Pianist Markus Schirmer liebt vor allem seinen Landsmann Schubert. Für sein Schubert-Debüt erhielt der 45-jährige Grazer einen "Preis der deutschen Schallplattenkritik".
Die aktuelle Platte ist jedoch Beethoven gewidmet, und zwar dessen mittlerer Schaffensperiode, in welcher sich der 30-jährige Komponist in einer Art künstlerischer Midlife-Crisis befand.
Ein Ergebnis seines Neuerungswillens war die "Waldstein"-Sonate. Das Hauptthema dieses radikalen Stücks spielt der Pianist wie Rockmusik mit anderen Mitteln. Er legt einen derart peitschenden und elektrisierenden Drive an den Tag,
dass es dem Widmungsträger, dem Grafen Waldstein, die Perücke vom Kopf gefegt hätte. Die älteren Sonaten op. 31 geht Schirmer heiter und keck an, so dass das Erbe Haydns und Mozarts aufscheint. Dieser charismatische Pianist
vereint Gefühl und Intellekt. Seinem Spiel folgt man gebannt wie einem Krimi.
Antje Rößler, Märkische Allgemeine, 28.3.2009 |
|
Vom steirischen Graz aus schwärmt der Pianist Markus Schirmer seit einigen Jahren mit großem Erfolg in Richtung Internationalität aus...
Ich schätze ihn als Pianist seit seinen ungemein tatendurstigen, reaktionsschnellen Haydn-Aufnahmen für das Label Lotus als einen der wichtigsten österreichischen Künstler, dessen Interessen sich nicht nur auf konventionelle
Klavierprogramme beschränken, sondern beispielsweise im Rahmen einer Produktion der Mussorgsky-Bilder den Schauspieler Wolfram Berger einplanen, der passende Texte des Dichters V. Chlebnikov zu Schirmers (auf Tacet dokumentiertem) Klavierspiel
beigetragen hat...
Nun aber lässt Schirmer mit einer zweiten Beethoven-CD für den im Heutigen und im Gestrigen (Welte-Mignon!) so rührigen und klanglich mehr als untadelig agierenden Produzenten aufhorchen. Ein Beispiel:
In den wirbelnden, an eine Tarantella erinnernden Finalsatz der Es-Dur-Sonate op. 31,3 fädelt sich Schirmer in leiser, fast schon heimlich anmutender Turbulenz ein.
Die meisten Kollegen aus alter und in jetziger Zeit bitten da ihre zunächst solo pulsierende Linke kantig bis rumpelnd um Aufmerksamkeit, ehe die Rechte sich thematisch in der höheren Etage der Tastatur einblenden darf.
Da zeigt Schirmer eine ganz eigene Gewichtung des Oftgespielten, zeigt anschaulich, wie sich ein Satz entfalten lässt, wie man (auf der Basis bester, also bedacht eingesetzter Mechanik) ein Musikkapitel wie neu aufschlagen kann.
Der erste Satz der Waldstein-Sonate ist und bleibt eine Problemzone, denn allzu verlockend scheint es, die C-Dur-Akkordrepetitionen als Ausdruck eines vorverlegten Maschinenzeitalters zu deuten, um dann im Folgenden ohne Rücksicht auf
verdeckte Zärtlichkeiten den ganzen Satz herunterzuspulen. Von Glenn Gould ist überliefert, dass er mit der Motorik dieser Sonate nichts anzufangen vermochte. Erwiesen ist jedoch, dass es im Tempo und in der Diktion auch verhaltener geht.
Claudio Arraus erste Philips-Einspielung ist der für mein Empfinden fesselnde Beleg, wie sich auf den ersten Notenblick hin der monotonen Motivik mit bewusstem Geben und Nehmen –
also im Sinne von mitfühlender Agogik – Leben einhauchen lässt. Schirmer nun bewerkstelligt diese Phase um eine Spur schlanker als Arrau, aber man wird ihm nicht vorwerfen können,
wie so viele seiner Mitbewerber nur lässig dahin zu rattern. Das hat im ersten Ansprung auf die Partitur gehörig Sinn und Verstand, sodass sich diese Sonate organisch über alle Schnelligkeiten und Nachdenklichkeiten
gleichsam vor dem Hörer ausbreitet. Was die eingangs immer wieder in raschem Tempo dahin gehudelte G-Dur-Sonate op. 31,1 anbelangt, so findet Schirmer einen überzeugenden Mittelweg
zwischen Etüden-Geschäftigkeit (nämlich in den ausschweifenden Dreiklangszerlegungen) und Vorsicht im Bereich des hauptthematisch wichtigen Vorschlags – und auch später in der biedermeierlich anmutenden
Naivität des tänzerischen Seitenthemas. Alles wirkt klar und frisch „erzählt“. Die mehr technischen Passagen sind mit Fingerfertigkeit, aber auch mit Liebe eingepasst.
Genug der Details: Markus Schirmer ist eine von Empfindung geprägte, von Intelligenz fundierte, technisch makellose Beethoven-CD gelungen,
die ich ohne zu Zögern auf eine Stufe mit neueren Aufnahmen etwa von András Schiff oder Gerhard Oppitz stelle.
Peter Cossé, Klassik Heute, 10.04.2009 |
|
Der Grazer Pianist Schirmer gilt als Österreichs vielfältigster Klavierkünstler: Mit Klassik ist er erfolgreich unterwegs, mit Jazz und Weltmusik erstaunlich autochton und als Förderer von
Jugendtalenten präsenter denn je. Nach Mussorgsky und Ravel folgt nun die zweite Beethoven-CD, in der Schirmer selbst bekannte Beethoven-Pianisten einfallsarm aussehen lässt. Seine stupende Technik dient allein
feindynamisch ausgefeilten, perfekt getimten Aussagen mit hohem Unterhaltungswert. Schirmers Beethoven hat es faustdick in den virtuosen Fingern: Er verblüfft nicht nur durch Dahinstürmen, sondern einen neuartigen Swing,
wie etwa in op. 31/1, und durch Humor - kokett tändelt zunächst der 2. Satz, wechselt aber Stimmungen so rasch wie ein Chamäleon die Farbe. Perfekt Schirmers Rhythmus-Puls im Scherzo von op. 31/3 oder op. 53,
hervorragend die Dynamik im Final-Presto. Mit akribischer Genauigkeit soll TACET-Tonmeister Spreer in der Grazer Helmut-List-Halle den Fazioli F-278 mit Mikrophonen umrundet haben. Das Ergebnis ist optimal:
wunderbar kerniger Klang mit ausdrucksstarker Spitzendynamik, Detailreichtum und plastischem Raum-Gefühl. Mitreißend: baldige Fortsetzung erhofft.
Ludwig Flich, hifi & records 2-09 |
|
Ganz alt - und doch ganz neu !
Schon wieder Beethoven-Sonaten? Ist das denn wirklich notwendig? Ja, es ist. Denn der österreichische Pianist Markus Schirmer hat zu Beethoven wirklich etwas
zu sagen. Seine Interpretationen basieren auf dem sehr genau gelesenen Notentext – und vermeiden, ganz gegen heutigen Usus – das Überdrehen in
Extreme. Insofern die gute alte Art. Aber wie Schirmer den Notentext der Sonaten op. 31/1, op. 31/3 und op. 53 ("Waldstein") durchleuchtet und Akzente setzt, ist sehr persönlich
und unverbraucht. Ein Muss? – Ja, ein Muss!
Edwin Baumgartner, Wiener Zeitung (A), 12. 3. 2009 |
|
Markus Schirmer spielt Beethoven-Sonaten
Man kennt ihn als Mitglied des Gaede-Trios und als Klavierpartner von Danjulo Ishizaka, Renaud Capuçon oder Clemens Hagen. Aber der Grazer Pianist Markus Schirmer hat sich auch als Solist einen Namen gemacht.
Für seine erste CD mit Musik von Schubert, einem seiner heißgeliebten Komponisten, erhielt er den " Preisder deutschen Schallplattenkritik".
Auch seine nachfolgenden Aufnahmen wurden international viel beachtet und teilweise mit Preisen ausgezeichnet. Vor fünf Jahren veröffentlichte
Schirmer eine begeistert aufgenommene Beethoven-CD. Nun setzt er, nach langer Zeit, seine Beethoven-Aufnahmen mit den mittleren Sonaten fort.
Beethoven war ein rastloser und leidenschaftlicher Geist. Viele seiner Werke sind geprägt von Energie und dramatischer Kraft. E.T.A. Hoffmann schrieb über die Fünfte Sinfonie: "Beethovens
Musik bewegt die Hebel des Schauers, der Furcht, des Entsetzens und erweckt jene Sehnsucht, die das Wesen der Romantik ist." Auch in den Klaviersonaten ist dieser
stürmische Geist spürbar, besonders in den mittleren Sonaten, die Schirmer für seine zweite Beethoven-CD gewählt hat:
die Waldstein-Sonate mit ihrem repetitiv-drängenden Charakter und zwei Sonaten aus Opus 31.
Die drei Sonaten Opus 31 waren von Beethoven ursprünglich nicht als ein in sich geschlossener Zyklus gedacht und wurden tatsächlich auch einzeln veröffentlicht.
Ausgerechnet die zweite Sonate, die sogenannte "Sturm-Sonate", spart Schirmer jedoch aus. Doch so überraschend dieser Verzicht
ist, er passt zum Beethoven-Bild, das der Österreicher zeichnet:
Er stellt das Stürmische zwar dar, vermeidet aber jede dramatische Überhöhung. Schirmer entwickelt die Musik
aus sich selbst heraus. So entgleist Temperament nicht zu wildem Furor und die lyrischen Passagen ersticken nicht in süßlichem
Pathos, sondern behalten ihre schlichte Schönheit.
Eine große Genauigkeit zeichnet Schirmers Beethoven aus: Da sind zum einen seine klangliche Klarheit und wohlüberlegte
Gestaltungskraft, die den großen Bogen im Blick hat, zum anderen seine sehr präzise Umsetzung der Satzbezeichnungen. Schirmers
Grazioso ist wirklich anmutig und leicht, ein Presto con fuoco ist bei ihm nicht einfach nur schnell, sondern hat auch ordentlich
Pfeffer. Doch bei aller Texttreue haben Schirmers Interpretationen auch das Maß an Tiefgang,
das in Beethovens Musik steckt. So spürt er im Adagio der Waldstein-Sonate der Zerrissenheit und Verzagtheit dieses Werkes nach. Gefühl und Intellekt,
Klang und Formempfinden machen diese Beethoven-Aufnahmen so reizvoll, die Schirmer am Fazioli-Flügel präsentiert. Bleibt zu hoffen, dass wir nicht wieder fünf
Jahre auf die nächste Beethoven-CD des Grazers warten müssen.
Chantal Nastasi, NDR Kultur (D), 11. 3. 2009 |
|
Schirmers Weg zu Beethoven: Energetisch und leidenschaftlich
Die neue Beethoven-CD von Markus Schirmer voller Begeisterung in
die Hand gedrückt bekommen, nach Hause gehastet, den Tonträger mit
großer Erwartung in den CD-Player katapultiert, den ersten Satz der "Waldstein"-Sonate
gespielt; und nochmals gespielt; und nochmals gespielt; und... Es
gibt nicht eben einen Mangel an Interpretationen von Beethoven-Sonaten.
So richtig misslungen oder gar verachtenswert ist keine davon.
Die interpretatorischen Zugänge freilich sind ganz unterschiedlich.
Von sehr forsch (Rudolf Buchbinder) bis musikantisch, ohne scharfe
Ecken und Kanten (Andras Schiff). Einen weiteren interessanten Weg
zu Beethoven wählt Markus Schirmer. Er beschreitet diesen konsequent
energetisch, dynamisch, aber auch stets sinnlich und und leidenschaftlich,
Schritt für Schritt nachvollziehbar. Es ist begeisternd, wie Schirmer
Ton für Ton transparent macht, nichts kaschiert, nichts mittels
Pedaleinsatz verschwimmen lässt. Drei Sonaten hat der Meisterinterpret
für die neue CD-Produktion auf dem deutschen "Tacet"-Label
aufgenommen, wobei die "Waldstein"-Sonate die Hörer unmittelbar packt. Schirmers
Spieltechnik ist präzise und glasklar. Das kommt der voluminösen, räumlich
exzellent auflösenden Aufnahme sehr entgegen. Eingespielt in der
Grazer Helmut-List-Halle lässt das Album auch klangtechnisch keine
Wünsche offen. Die neue CD ist Schirmers zweite Beethoven-Vorlage
nach den Schubert-, Haydn-, Mozart-, Ravel-, und Mussorgsky-Aufnahmen.
Sein Oeuvre wächst, und das ist gut so. Es dokumentiert die spannenden
Entwicklungslinien eines hervorragenden österreichischen Musikers, der
auch mit seiner hinreißenden Natürlichkeit punktet. Sowohl menschlich als
auch künstlerisch. Live stehen demnächst mehrere Konzerte auf
dem Terminkalender. Freuen kann man sich schon jetzt auf seinen
Auftritt im Rahmen der diesjährigen "styriarte". Bei diesem Festival zählt er ja
mittlerweile zum künstlerischen "Stammpersonal".
Heinz M. Fischer, FRONTAL (A), 2. 3. 2009 |
|
Hier etwas erfreuliches: der Grazer Pianist Markus Schirmer hat seine Serie mit Beethovens
Klaviersonaten fortgesetzt, die Aufnahmen der frühen Sonaten wurde ja bei uns mit dem Pasticciopreis ausgezeichnet,
jetzt sind die Sonaten op 31 Nr.1 und 3 sowie die Waldstein Sonate erschienen, die CD ist praktisch noch warm vom Presswerk
gewesen, als ich sie gestern auf den Plattenteller legte.
Schirmer hat sich da auf ein Ringen mit den Leuchttürmen der Klaviermusik eingelassen, um so spannender die Frage, ob er diesen noch
etwas Individuelles abringen konnte, eine Aufgabe die ebenso unmöglich scheint, als wolle man der „Glocke“ von Friedrich Schiller
unerhört Neues abringen. Aber Beethoven ist glücklicherweise nicht Schiller und Markus Schirmer ist Markus Schirmer. Die Leichtigkeit
und Eleganz mit der er diesen abendländischen Schatz hebt, als hätte er kein Gewicht, lässt keine Wünsche offen. Purer Genuß !
Helmut Jasbar, Ö 1 "Pasticcio" (A), 5. 2. 2009 |
|
Und jetzt kommen wir zu einer sehr sympathischen - ich glaube, daß können wir von uns beiden behaupten - Art, sich Beethoven
zu nähern: Drei Beethoven-Sonaten sind erschienen beim Label TACET, dies ist die bereits zweite Folge von Beethoven-Sonaten mit dem Pianisten Markus
Schirmer, den wir vor einigen Jahren hier schon mal gelobt, was heisst gelobt, GEPRIESEN haben, ein Beispiel: "Waldsteinsonate", letzter Satz, Rondo Allegretto moderato mit Markus Schirmer:
 |
(mp3
/ 2,8 MB) |
Der Grazer Pianist Markus Schirmer bei TACET mit drei Beethoven-Sonaten: op.31, 1 und 3 und die Waldsteinsonate op.53, aus der das gerade der Beginn des Finales war: Rondo ALLEGRETTO moderato,
und genauso spielt er es auch, nicht vorwärts preschend abgehetzt, sondern dem alten Beinamen der Sonate "Aurora" entsprechend, den sie mal gehabt hat im 19. Jh., man
nähert sich zögernd, abwartend der Morgenröte.
Das ist für mich ganz großes Klavierspiel, da ziehe ich alle Hüte, die ich habe und wenn ich an manche hochgelobten Namen denke, Fazil Say hatten wir heute schon, Michael Korstick ist auch so jemand, der ja
für sein Beethovenspiel immer gerühmt wird, NEIN, weg damit. MARKUS SCHIRMER, das finde ich wirklich herausragend !
Michael Stegemann / Karl-Dietrich Gräwe, Kulturradio RBB "Klassik-Diskothek" (D), 6. 2. 2009 |
|
Pointiert, voller Elan und brillant.
Markus Schirmer gehört zu jenen Künstlern, die eine Interpretation im Konzert reifen lassen,
ehe sie ihre Lesart im Studio festhalten. Davon profitiert auch seine eben veröffentlichte zweite Beethoven-CD.
Seine treuen Bewunderer werden sich daran erinnern, ihn mit den Klaviersonaten op. 31/1 und 3 bei der „styriarte“ 2001 und 2007 mit der „Waldstein-Sonate“ gehört
zu haben. Im April 2008 hat er sie dann in der idealen Akustik der Helmut-List-Halle in Graz aufgenommen.
Die Kombination offenbart innere Zusammenhänge:
Die Sonaten op. 31/1 und op. 53 weisen im harmonischen Ablauf des Hauptthemas, in der Terzverwandtschaft des Seitensatzes und
in der Rondo-Kadenz auffällige Analogien auf.
Pointiert und elegant unterstreicht der Grazer Paradepianist den spielerischen Charakter der G-Dur-Sonate op. 31/1, mit Elan und Esprit meistert er die Es-Dur-Sonate op. 31/3 und die „Waldstein-Sonate“ op.
53 spielt er mit brillanten Staccati als kraftvolles Virtuosenstück, ohne in hohle Raserei zu verfallen.
Ernst Naredi-Rainer, Kleine Zeitung (A), 11. 2. 2009 |
|
Die CD
mit frühen Beethoven-Sonaten, die der Grazer Starpianist Markus Schirmer vor fünf Jahren vorgelegt hat, findet nun eine allenthalben sehnlich erwartete Fortsetzung. Für das Label Tacet hat sich Schirmer diesmal
dreier Sonaten angenommen, die den Einstieg Beethovens in seine mit spektakulären Ausdrucksmitteln operierende, mittlere Schaffensphase dokumentieren; eine Phase, in der die klassischen Vorbilder sukzessive ihren Einfluss auf
den Komponisten verlieren - die Sonaten in G-Dur und Es-Dur aus dem op. 31 sowie die berühmte "Waldsteinsonate" in C-Dur op. 53.
Markus Schirmer hat diese Werke oft in Konzerten gespielt. Er interpretiert diese Stücke auf sehr hohem Niveau und genau, wobei vor allem die unprätentiöse
Ehrlichkeit, mit der er sich der Musik nähert, für sich einnimmt.
Schirmer bevorzugt durchgehend eher ruhige Tempi, stülpt den Kompositionen kein Glitterkostüm aus virtuosem Tand über, sondern entwickelt die Musik aus sich selbst heraus. Lyrisches klingt dabei nicht lieblich oder
pathetisch, Stürmisches geht nicht im Furor unter. Freilich existieren - vor allem von der "Waldsteinsonate" - kantigere, feurigere, ja explosivere Lesarten, die Beethovens ungestümen Geist direkter einfangen.
Markus Schirmers Präzision und Bedachtnahme, die geschmeidige Eleganz seines Spiels haben jedoch ihre eigenen Meriten. Bleibt nur zu hoffen, daß es nicht wieder fünf Jahre dauert, bevor Schirmer eine weitere CD
mit Beethoven-Sonaten aufnehmen kann.
Live müssen sich steirische Klassikfans übrigens nicht so lange gedulden: Im Juli spielt der Pianist bei der "styriarte" Beethovens opp. 27 und 49.
Karten sichern!
Martin
Gasser, Kronen Zeitung (A), 13. 2. 2009 |
 |
 |
|