Markus Schirmer
„Pictures & Reflections“
Maurice Ravel „Miroirs”
Modest Mussorgsky „Bilder einer Ausstellung”
Tacet 2005, T 132


Markus Schirmer

In Farbe getauchte Stimmungen...
Markus Schirmer ist ein Name, den man sich merken sollte. Als Pianist erfreut er sich einer hervorragenden Reputation, wovon nicht nur etliche Auszeichnungen und seine Professur an der Grazer Musikuniversität zeugen. Nur leider hält sich die Zahl seiner CD-Einspielungen bisher in Grenzen; die wenigen Aufnahmen erregten gleichwohl international Interesse und erhielten fabelhafte Kritiken. Schirmers Diskographie wird nun um Ravels Miroirs (Spiegelbilder) und Mussorgskys originaler Klavierfassung der Bilder einer Ausstellung bereichert. Unter dem Zusammenhang stiftenden Titel ‘Pictures & Reflections’ ist dieser Geniestreich im Programm des kleinen Stuttgarter Labels TACET erschienen. ‘Pictures & Reflections’, ‘Bilder und Spiegelbilder’ – nicht nur die Titel verbinden diese beiden Zyklen miteinander, sondern vor allem die gestalterischen Ideen der Komponisten. Schirmer entdeckt bei Ravel ebenso wie bei Mussorgsky mannigfaltige ‘Facetten des Lebens, in Farbe getauchte Stimmungen, Episoden und Geschichten.’ Um diese sensiblen Stimmungsbilder adäquat wiedergeben zu können, bedarf es freilich nicht zu unterschätzender pianistische Fähigkeiten. Besonders die Interpretation der Werke Ravels, der seine Klangphantasien vom Orchester auch auf das Klavier übertrug, verlangen extreme Virtuosität. Die Stücke der Miroirs sind gespickt mit flirrenden Klangfarben, fein schattierten Kolorierungen, leichten Klangtupfern gepaart mit technischen Hürden wie raffinierten Gegenrhythmen sowie Terz- und Sextglissandi. Mit anderen Worten: die technischen Möglichkeiten des sowohl Klaviers als auch des Pianisten werden ohne Kompromisse ausgenutzt. Dieser Herausforderung hat Schirmer sich gestellt – und sie exzellent gemeistert. Bloßer Virtuosität stellt Schirmer jedoch eine intelligente Gestaltung entgegen und grenzt sich so gegen viele der prominenten Tastenlöwen ab. In jedem Moment spürt man, dass er die Werke intellektuell durchdrungen hat und weiß, was er spielt. Die Darstellung des inneren Gehalts ist ihm dabei unendlich viel wichtiger als die überflüssige Zurschaustellung nackter Bravourleistungen. Seine ungeheure Sensibilität ermöglicht es dem Hörer, ganz in die Atmosphäre der Bilder einer Ausstellung einzutauchen. Selbst in den kurzen Sätzen produziert Schirmer einen Sog, dem man sich kaum widersetzen kann und erzielt so eine schier unglaubliche Dichte in seiner Interpretation. Dem gleichbleibend hohen Niveau zum Trotz lassen sich durchaus zwei Höhepunkte ausmachen, zum einen Das alte Schloß, das gleichsam durch eine dicke Patina nur noch vage hindurch zu schimmern scheint, sowie der jähe Übergang vom Marktplatz von Limoges zu den Römischen Katakomben, bei welchem er den Atem buchstäblich stocken lässt. Um diese CD und den vorbildhaft eingefangenen Klang des Fazioli-Flügels angemessen genießen zu können, sollte man sich wirklich eine ruhige Stunde nehmen, den Telefonstecker aus der Dose ziehen und das Handy stumm schalten, sich im Sessel zurücklehnen und die Augen schließen. Das etwas nüchtern gestaltete, aber informative Booklet sollte vorher oder nachher studiert werden, denn von dem reinen Hörgenuss sollte nichts ablenken.
"Höchstwertung 5 Sterne & Empfehlung der Redaktion"
Markus Rubow, klassik.com (D) 10.09.2006

Markus Schirmer
Pianist mit Programm: Markus Schirmer
...In seinen eigenen "Kreationen" gibt sich Schirmer selbst kreativ. Zwei Lieblingsstücke koppelte er für seine neue Solo-CD (Tacet): Ravels raffinierte "Miroirs" und Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung". In der Grazer List-Halle entstand auf einem Fazioli-Flügel eine sorgfältig abgestufte Klanglandschaft in weich getönter Feinzeihnung mit sensualistischem Spürsinn für Farben, Kontraste, Effekte. Erhellend...
Karl Harb, Salzburger Nachrichten (A), 22. 4. 2006
Markus Schirmer
CD des Tages „hr-klassik.portal“
Seine Diskographie umfasste bisher im wesentlichen die Wiener Klassiker, Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert: dort fühlt sich der Interpret auf unserer CD des Tages zuhause – aber nicht nur da. In Graz, in seiner Heimatstadt, ist er der Publikumsliebling, der zum Gaudi auch mal eine Szene-Kneipe aufmischt. Außerdem zieht er mit einem befreundeten Kabarettisten und dem Programm „Engel im Kopf“ durch die Lande. Oder er spielt Kammermusik, wie gerade vorgestern beim Rheingau Musik Festival* zusammen mit dem Gaede Trio. Markus Schirmer heißt der vielseitige Pianist, der uns auf seiner neuesten, wieder beim Label tacet erschienenen CD ganz andere Farben von sich zeigt: in zwei Klavierzyklen, die als „Pictures and Reflections“ im Covertitel zusammengefasst sind, und die sich wunderbar ergänzen: die „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky und die „Miroirs“ (wörtlich „Spiegelungen“) von Maurice Ravel. Eine CD für Klangfetischisten ist das, und gleich in mehrerer Hinsicht: zuerst natürlich das unglaublich klangsensible Spiel von Markus Schirmer, da ist ein Anschlagskünstler am Werk und ein Dramaturg am Klavier, und dieses Klavier ist dann auch noch ein ganz besonderes, nämlich ein italienischer Fazioli-Flügel mit seinem ganz eigenen Klangspektrum. Nicht zu vergessen die Aufnahmequalität und Ästhetik, die tacet bietet mit seinem Faible für die gute alte Röhrenmikrophon-Technologie. Alles in allem, diese CD ist ein Glücksfall, und man sollte wirklich in einer ruhigen Stunde mal alle diese musikalischen Bilder auf sich wirken lassen.
Denn nicht nur bei Mussorgskiy, auch in den „Miroirs“ von Maurice Ravel gibt es Besonderes zu entdecken:
z.B. im vielleicht berühmtesten, später von Ravel auch orchestrierten Titel des Zyklus. „Alborada del Gracioso – das Morgenlied des Narren; es kommt so rau und kehlig wie es die spanische Sprache auch sein kein und so geheimnisvoll spröde wie so mancher spanische Landstrich, hart und felsig und in faszinierenden Farben.

„Bilder und Spiegelbilder“ – so heißt unsere CD des Tages, die mit dem österreichischen Pianisten Markus Schirmer beim Label tacet erschienen ist. Mit dem Titel sind natürlich in erster Linie die beiden großen Werke auf dieser CD gemeint: die „Bilder einer Ausstellung“ von Mussorgsky und die „Spiegelbilder, die „Miroirs“ von Ravel. Aber es ist nicht bloß diese innere Beziehung, welche – der Sprache nach – die „Bilder und Spiegelbilder“ miteinander vereint. Beide Werke verbindet der Reiz, Stimmungen in Farbe zu tauchen, Episoden und Geschichten zu erzählen. Dafür hat Markus Schirmer ein Händchen. Auf dem Klavier transportiert er Stimmungen und Geschichten nicht nur so, dass man sie vor dem geistigen Auge sehen, sondern dass man sie auch fühlen kann. Vielleicht, weil er in seiner Interpretation eine bestimmte distanzierte Haltung einnimmt, in die man sich hineinversetzen kann. So, als ginge man nicht aktiv durch die eine Bilderausstellung, sondern durchschreite und durchfühle sie im Traum.
Anders als bei den bereits en masse existierenden Aufnahmen ist, welcher inhaltlichen Bedeutung er dem Schreiten durch die Ausstellung gibt. „Das Schreiten als ständig wiederkehrendes Element ist eine kluge und weitsichtige Möglichkeit, eine Brücke von hier nach dort zu schlagen, den Weg zu weisen für einen neuen Blickwinkel, ein neues Ereignis“ schreibt Markus Schirmer im CD-Heft. „Das Schreiten ist auch als eigenes, in sich geschlossenes Bild zu sehen. Manchmal vermeine ich dabei einen Vorsänger und den nachfolgend einstimmenden Chor wahrzunehmen. Möglicherweise nur meine eigene persönliche Empfindung“ „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky. Oft hört man sie als Version für Orchester. Hier kann man glatt zwischendurch vergessen, dass da einer – in diesem Fall Markus Schirmer – am Klavier sitzt, so gut transportiert er mit den Möglichkeiten des Flügels beispielsweise die mysteriöse Stimmung über das alte Schloss. Durch das gesamte Stück hinweg schafft er es, mit Ruhe und Ausgeglichenheit und einer enormen Klangpalette im „piano“ Nostalgie, Melancholie, und einen Hauch Sehnsucht zu erzeugen.
Sein „piano“ ist eine große Kunst. Jeder, der ein Instrument spielt oder singt, weiß, wie schwer es ist, leise Musik mit substanzvollen hellen Tönen zu erzeugen und gleichzeitig die Spannung zu halten.
Wie groß sein Anschlags-Spektrum ist und wie ausdrucksvoll er Bilder in den leisesten Nuancen gestalten kann, dafür ist beispielsweise auch „Une barque sur l‚Océan“, die Barke auf dem Ozean aus den „Miroirs“ von Ravel ein vortreffliches Beispiel. Man kann sie kaum noch sehen, die Barke auf dem Meer, so unheimlich leise verklingt das Bild aus Ravels Klavierwerk.
Ein Anschlagskünstler ist Markus Schirmer. Mit unaufdringlicher Virtuosität lässt er die leisesten Töne singen, aber die Effekte hebt er sich für den gefährlichen Wind und die aufbäumenden Wellen des Meeres auf, denen das kleine Schiffchen unerschütterlich trotzt.
Markus Schirmer scheint genau zu wissen, wann es sich lohnt, ein wenig Wind zu machen. Wenn er auf der Bühne auftritt zum Beispiel. Da ist der Pianist aus Graz so gar nicht zurückhaltend, sondern weiß sich im Vergleich zu manch anderem Pianisten recht gut zu verkaufen. In Graz, in seiner Heimatstadt, ist er absoluter Publikumsliebling und tritt auch mal mit Pop, Jazz oder Weltmusik in einer Grazer Szene-Kneipe auf. Außerdem zieht er mit einem befreundeten Kabarettisten und dem Programm „Engel im Kopf“ durch die Lande.

Hören Sie Markus Schirmer beispielsweise mit einem Stückchen aus Mussorgskys Bildern einer Ausstellung: das quirlige Ballett der Kücklein in ihren Eierschalen:

Da tanzen die Kücklein in ihren Eierschalen – was da quirlig und besonders plastisch rüberkommt, ist im Grunde ein schwieriges Virtuosenstück – gespielt von Markus Schirmer auf seiner neuen CD, die man am besten als Ganzes hört, denn gerade Markus Schirmes Interpretation der Bilderausstellung ist eine durchdachte dramaturgische Einheit. Und eine Harmonie bildet ebenso Markus Schirmers Idee, Mussorgskys Bilderausstellung mit den „Miroirs“ von Ravel zu kombinieren. Beide Werke hat er sensibel und fein nuanciert eingespielt und sie fortwährend mit dem Blickwinkel eines mysteriösen, weiter entfernten Betrachter eingefangen.

„Bilder und Spiegelbilder“ – Pictures & Reflections, so heißt die neue CD von dem österreichischen Pianisten Markus Schirmer und die ist – in Röhrenmikrophon-Qualität - beim audiophilen Label tacet erschienen.
Gisela Walther, Hessischer Rundfunk (D), 14. 7. 2005
Markus Schirmer
Der Grazer Klavier-Regent ist ein humorvoller Audiophiler, der die mehrkanaligen Ausflüge seines Labels immer verteitigt hat. Diese "Pictures & Reflections" sollen ab Herbst auch als Hi-Rez-Disc die Runde drehen. Doch selbst auf CD werden Spezialitäten von Tacet-Chef Spreer ohrenfällig, etwa die sehr gute Balance zwischen Direktschall und Raumhall und das treffliche Timbre des Fazioli-Flügels. Schirmer hat diese interessante Zusammenstellung in der für ihre Akustik gerühmte Helmut-List-Halle in Graz live vorgestellt und nun ebendort verewigt. Seine "Bilder"-Schau ist weit von der unerbittlichen Vitalität eines Pletnev oder der magnetischen Gratwanderung eines Kissin entfernt. Schirmer zeichnet feinsinnig und ironisch die französischen wie russischen Bilder nach: Die kleine Küken tanzen da nicht wie "Duracell-Hasen" (Schirmer), sondern hampeln auf unsicheren Beinchen durch die Noten, auch der Gnom oder die Hexe Baba Jaga erhalten eine differenzierte Betrachtung, die in den magisch ausgeleuchteten Katakomben kulminiert. Besonders gelungen auch die Farbenspiele in den "Miroirs", die so pur und rein ganz ohne Orchester-Fimmel nahe gehen. Für klangvolle Klavierdemos empfohlen.
Ludwig Flich, Hifi & Records (D), 7. 7. 2005
Markus Schirmer
Musikalisch bietet Markus Schirmer einen überlegten, vielleicht unter dem Eindruck des parallelen Ravel-Projektes eher unrussischen, französisierend eleganten, dabei in den wesentlichen Charakter-Definitionen doch jederzeit orientierten und orientierenden “Ausstellungs”-Besuch. Mit einigen Kräften, wenn der Ochsenkarren rumpelt, mit gebannter Wucht im Finale, aber eben nicht mit jenen akkordischen Karate-Schlägen, wie sie in der jugendlichen Wettbewerbs- und Verdrängungsspianistik Mode geworden sind. Schirmers Variante der “Miroirs” zählt nach meinen Erfahrungen zu den sanftesten, nachdenklichsten, wenn man will: reflektiertesten des gesamten Katalogs. Indirekte Beleuchtungen, eher angemalte denn angeschlagene Töne und ein “Alborada” der wirklich “grazioso” über die imaginäre Bühne schwingt.
Peter Cossé, Klassik heute (D), 24. 5. 2005
Markus Schirmer
Die aufgrund ihrer pianistischen und musikbildnerischen Qualität bereits gelobte CD-Einspielung wird von der Firma Tacet nun auf Audio-DVD angeboten. In zwei Varianten kann der Hörer Schirmers prägnante, einprägsame Interpretationen des russischen Bilder- und Reflektionszyklus' auf einem bemerkenswert klingenden Fazioli-Instrument verfolgen. Ravels Miroirs werden per "Tacet Real Surround Sound" präsentiert, die Bilder zusätzlich auch im "Tacet Moving Real Sourround Sound". Im Vergleich zur "normalen" Stereo-Version (Tacet 132) wird der Hörer in eine Lausch- und akustische Witterungsposition versetzt, als sei er vom Klavier gleichsam umstellt - eine nicht unbedingt natürliche Position, denn wie wir alle wissen befindet sich die Klangquelle nicht auf einer Art Umlaufbahn im Wohnzimmer. Aber das Resultat ist nicht von schlechten Tonmeistereltern, es stiftet ein ganz besonderes Erleben von Musiken, die ja in ihren Intentionen und klanglich-suggestiven Resultaten auch nicht den bürgerlichen Normen des eingeschränkten Musikvergnügens entsprechen. Wer also über die erforderliche Lautsprecheranzahl und über deren raffiniert geordnete und verkuppelte Heiminstallation verfügt, der wird es nicht bereuen, sich auf Schirmers franko- und russophile Taten sozusagen klangumwunden eingelassen zu haben.
Peter Cossé, Klassik heute (D), 9. 2. 2006
Markus Schirmer
Der Grazer Markus Schirmer hat Ravels "Miroirs" und Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung" zusammengespannt. Die mit dem Titel "Pictures & Reflections" angedeutete Begründung mag konstruiert wirken, aber das Album überzeugt durch raffinierte Details in Phrasierung und rhythmischen Feinheiten, durch Schirmers Gespür für die klanglichen Möglichkeiten seines Fazioli-Flügels und nicht zuletzt durch eine ausgezeichnete Tontechnik.
Carsten Fastner, FALTER (A), 18. 5. 2005
Markus Schirmer
Was ist der qualitativ und quantitativ unermesslichen Aufführungsgeschichte der Mussorgski´schen "Bilder einer Ausstellung" noch hinzuzufügen? Etwas wie die Einspielung des österreichischen Pianisten Markus Schirmer, keine Frage: voll farblicher Raffinesse und doch monumental in den Konturen, ungemein plastisch in ihrer Bildkraft, so unverwechselbar interpretiert, dass einen Details noch danach beschäftigen, doch nie der (heute auch vom Feuilleton geschätzten) pianistischen Eitelkeit verpflichtet. Den ersten Teil des dramaturgisch brillanten Programms nehmen Ravels flirrende "Miroirs" ("Spiegel") ein. Betörend.
Heinz Sichrovsky, NEWS (A), 7. 4. 2005
Markus Schirmer

ELEGISCHE UNTERTÖNE UND FEIERLICHE WÜRDE - Markus Schirmer malt farbprächtige Bilder und Spiegelbilder.

Seltsam unwirklich, wie durch einen Schleier gesehen wirkt "Das alte Schloss". Markus Schirmer lässt das zweite von Modest Mussorgskys "Bildern einer Ausstellung" als Abglanz ferner Zeiten vor dem geistigen Auge des Hörers erstehen, malt es mit elegischen Untertönen - und lässt sich viel Zeit, um die Wehmut auszukosten. Knapp nach seinem "styriarte"-Erfolg mit Mussorgskys "Bildern einer Ausstellung" und Maurice Ravels "Miroirs" (Spiegelbildern) hat der Grazer Paradepianist die beiden Klavierzyklen im Sommer 2003 in der Helmut-List-Halle aufgenommen. Vor den Röhrenmikrofonen der Firma Tacet wiederholte er aber nicht seine beim Konzert gefeierten Interpretationsmodelle, sondern entschloss sich zu einer vertiefenden Darstellung, bei der er, Ravels bisweilen horrende technische Schwierigkeiten mit nonchalanter Eleganz meisternd, Virtuoseneitelkeit zu Gunsten von Detailgenauigkeit und Prägnanz über Bord wirft und häufig zu betont breiten Tempi greift. Mit überaus sorgfältig abgestufter dynamischer Palette zaubert Schirmer den Mussorgsky-Zyklus ebenso farbprächtig wie plastisch aus den Tasten des Fazioli-Flügels. Wuchtig lässt er den "Bydlo" rollen, federleicht die Küken tanzen. Er verzichtet in "Goldenberg und Schmuyle" auf jede Karikatur und inszeniert den Marsch durch das "Große Tor von Kiew" ohne Pomp, aber mit feierlicher Würde. (Höchstwertung 5 Sterne!)
Ernst Naredi-Rainer, Kleine Zeitung (A), 3. 4. 2005

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