Danjulo Ishizaka, Violoncello

Markus Schirmer und der deutsch-japanische Cellist Danjulo Ishizaka kennen und schätzen einander sowohl in künstlerischer Hinsicht als auch als sehr gute Freunde nun schon seit vielen Jahren. Musikalisch fühlen sie sich verbunden, weil sie sich sehr wichtig erscheinenden künstlerischen Idealen verschrieben fühlen. Dazu gehört eine demütige, aber nicht lähmende Haltung dem Komponisten gegenüber, die sich in einer fundierten, aber nicht manierierten Herangehensweise an die jeweiligen Werke großer Komponisten äußert. Die intensive intellektuelle Beschäftigung mit dem Material an sich, mit Stil und Form im besonderen, aber auch die geschmackliche Sicherheit sind für sie wichtige Kriterien beim Erarbeiten und der Interpretation von Meisterwerken. Diese Gemeinsamkeiten erwecken in den beiden immer wieder den Wunsch und die Lust, gemeinsam kammermusikalisches Neuland zu entdecken, sowohl in größeren Besetzungen, vor allem aber auch im Duo selbst. Sie hatten festgestellt, daß sie sehr ähnlich empfinden, dieselben Vorlieben haben und künstlerisch gewissermaßen gemeinsam „atmen“.

Als sie mit großem Erfolg sowohl beim renommierten österreichischen Festival STYRIARTE, aber auch beim Lucerne Festival oder in der Wigmore Hall London erstmals gemeinsam Beethovens frühe g-Moll Sonate musizierten, also jenes Werk, mit welchem dieses Kompositionsgenie die Gattung Cello – Klavier als erster Tonschöpfer überhaupt erst begründet hat – eine Tatsache, welche für sich spricht -, war es für die beiden klar, daß sie von genau dieser grenzüberschreitenden, geradezu unfassbaren Musik noch mehr wollten. Einer Musik, die so epochal, so bahnbrechend ist, dass sie ihresgleichen sucht. Entstanden über den langen Zeitraum eines ausgefüllten Lebens, in welchem sich so Vieles und so Unterschiedliches ereignete, vereint Beethovens Musik nahezu alles in sich, was einen Menschen und seine innersten Gefühle ausmacht: überschwängliche Freude, rasende Verzweiflung, Wut, Trauer, Stille, ausgelassene Heiterkeit, tiefe Wärme. Eine Musik, die beiden Musikern keine Ruhe lässt. Gleichermaßen beglückend wie ernüchternd, wegweisend sowohl für das Cello, aber auch für Beethovens über alles geliebtes Klavier. Er schickt in diesen Meisterwerken zwei gleichwertige Partner ins Rennen, um sich mit seinen mannigfaltigen ureigenen Gefühlen, Ideen, aber auch inneren Kämpfen auseinanderzusetzen. Einem solchen Aufruf können und wollen die beiden als neugierige Künstler nicht entziehen und haben sich entschlossen, sein Gesamtwerk für Klavier und Violoncello, also sämtliche 5 Sonaten, die Horn Sonate, welche von Beethoven selbst als Sonate für Horn oder Violoncello konzipiert wurde sowie alle 3 Variationszyklen an zwei Abenden aufzuführen.

Als Besonderheit haben sie dem Programm des ersten Abends unter dem Motto Herkunft / Ursprung die Frühfassung des 1. Satzes der A-Dur Sonate op. 69 hinzugefügt. Diese Version unterscheidet sich von der späteren, die heute ausschließlich auf dem Konzertpodium anzutreffen ist (Danjulo Ishizaka und Markus Schirmer spielen sie am zweiten Abend) teils in harmonischer Hinsicht aber vor allem auch von der Instrumentierung her.

Sie gewährt somit einen äußerst seltenen und hochspannenden Einblick in den Entstehungs- bzw. Entwicklungsprozess dieser außerordentlich beliebten Sonate.

Als Künstler stammen beide zudem aus genau jenem kulturellen und geographischen Kreis, welcher zu den Hauptwirkungsstätten dieses großartigen Komponisten zählte, nämlich aus Österreich bzw. Deutschland.

Danjulo Ishizaka und Markus Schirmer freuen sich jedesmal aufs Neue auf diese wunderbare künstlerische Aufgabe und schätzen sich glücklich, dieses für beide fesselnde musikalische Abenteuer gemeinsam mit ihrem Publikum antreten zu dürfen.

Hörprobe
Zwölf Variationen F Dur op. 66 über das Thema „Ein Mädchen oder Weibchen“
aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ (live aus der Toppan Hall, Tokyo, Japan):

[audio:http://www.ipu.at/temp/schirmer/music/beethoven-12-variations-in-f-major-op-66-on-the-theme-a-girl-or-a-little-wife.mp3|titles=Beethoven: 12 Variations in F major, op. 66 for piano and cello“]

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Danjulo Ishizaka und Markus Schirmer